BKLbenigne

Benigne Keratose

Unter benigner Keratose werden mehrere harmlose Hautwucherungen zusammengefasst — vor allem die seborrhoische Keratose („Alterswarze“) und die Lentigo solaris („Altersfleck“). Beides sind gutartige Veränderungen ohne Bezug zu Hautkrebs.

Stand: Mai 2026 · Quellen: AWMF, RKI, DKFZ

Das müssen Sie wissen

  • BKL ist der häufigste gutartige Hauttumor überhaupt — fast jeder Mensch entwickelt im Laufe des Lebens mindestens eine seborrhoische Keratose, meist ab dem 50. Lebensjahr.
  • Gutartige Veränderungen ohne Bezug zu Hautkrebs — weder ansteckend noch Vorstufen einer bösartigen Erkrankung; sie können aber kosmetisch stören.
  • Werden in der Bildklassifikation häufig mit einem Melanom verwechselt — bei plötzlicher Veränderung oder dunkler unregelmäßiger Pigmentierung lieber ärztlich abklären lassen.

Was ist eine benigne Keratose?

Unter benigner Keratose werden im HAM10000-Datensatz mehrere harmlose Hautwucherungen zusammengefasst — vor allem die seborrhoische Keratose („Alterswarze“) und die Lentigo solaris („Altersfleck“). Beides sind gutartige Veränderungen ohne Bezug zu Hautkrebs — sie sind weder ansteckend noch Vorstufen einer bösartigen Erkrankung, können aber kosmetisch stören und werden in der Bildklassifikation häufig mit einem Melanom verwechselt.

Häufigkeit in Deutschland

Seborrhoische Keratosen sind der häufigste gutartige Hauttumor überhaupt. Fast jeder Mensch entwickelt im Laufe des Lebens mindestens eine, meist ab dem 50. Lebensjahr; bei vielen Älteren treten sie multipel bis hundertfach auf, bevorzugt am Rumpf, im Gesicht und am Hals. Lentigines solares betreffen praktisch alle hellhäutigen Menschen über 40 Jahre auf sonnenexponierten Arealen (Handrücken, Gesicht, Dekolleté). Beide Geschlechter sind gleich häufig betroffen.

Risikofaktoren

  • Höheres Alter (Häufung ab dem 50. Lebensjahr)
  • Genetische Veranlagung (familiäre Häufung von seborrhoischen Keratosen)
  • Chronische UV-Exposition (insbesondere für Lentigo solaris)
  • Heller Hauttyp (Fitzpatrick I–II)
  • Hellhäutige Personen über 40 Jahre auf sonnenexponierten Arealen — fast universell betroffen

Woran erkennt man eine benigne Keratose?

  • „Wie aufgeklebt“ wirkend: Die Läsion sitzt deutlich erhaben auf der Hautoberfläche — Dermatologen sprechen vom „stuck-on appearance“.
  • Oberfläche: Wachsartig glänzend, warzenartig, leicht zerklüftet, manchmal samtartig.
  • Farbe: Hellbraun bis dunkelbraun, gelegentlich fast schwarz (pigmentierte seborrhoische Keratose).
  • Begrenzung: Scharf, häufig mit „mottenfraßartigen“ Rändern.
  • Dermatoskopisch: Pseudohornzysten (kleine eingeschlossene Hornkügelchen) und pseudofollikuläre Öffnungen sind typische Merkmale — ein Hautarzt erkennt sie mit dem Dermatoskop.
„wie aufgeklebt“ · wachsartig · scharf begrenzt
Schematische Darstellung — kein echtes Patientenbild.
Compliance & Wissenschaft

Regulatorische und wissenschaftliche Einordnung

Bedeutung für KI-Klassifikationssysteme

BKL ist die klinisch und algorithmisch tückischste benigne Klasse im HAM10000-Datensatz: Pigmentierte seborrhoische Keratosen können mehrfarbige, asymmetrische und unscharf begrenzte Muster aufweisen, die einem Melanom ähneln — die ABCDE-Regel erzeugt hier systematisch False Positives. Studien an HAM10000 (u. a. mit ResNet-, Xception- und YOLO-Architekturen) zeigen für BKL durchgehend die niedrigsten Recall-Werte und eine hohe Confusion-Rate BKL ↔ MEL in beide Richtungen. Spezifität für BKL und Sensitivität für MEL stehen damit in direkter Konkurrenz — die Kalibrierung der Entscheidungsschwelle entscheidet, welche Fehlerart das System bevorzugt.

Regulatorische Einordnung

Im Gesicht ist zudem die Differenzialdiagnose Lentigo solaris vs. Lentigo maligna (Frühform des LMM) klinisch schwierig — eine regulatorisch besonders sensible Verwechslung, weil ein Lentigo-maligna-Melanom als invasive Melanomvorstufe gilt. Diese Confounder gehören als Limitation in die Gebrauchsanweisung nach Art. 13 EU AI Act und in den Performance-Nachweis nach Annex XIV MDR. Im MDR-Kontext ist eine Klasse-IIa-Einstufung typisch (Information für Triage); im EU AI Act gelten die Hochrisiko-Pflichten nach Art. 6 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang I (Geltung für Medizinprodukte ab 02.08.2027).

Limitationen dieses Demonstrators

Diese Anwendung ist ein Compliance-Demonstrator ohne medizinische Zweckbestimmung und kein Medizinprodukt im Sinne der MDR. Wegen der hohen Verwechslungsrate BKL ↔ MEL sollte das Ergebnis auch bei Hinweis auf „benigne Keratose“ niemals als Entwarnung missverstanden werden — pigmentierte Läsionen mit asymmetrischer oder mehrfarbiger Erscheinung gehören in jedem Fall dermatoskopisch abgeklärt. Mit 11 % Anteil ist BKL im Trainingsdatensatz zwar nicht unterrepräsentiert, die hohe morphologische Variabilität (von klassischer Alterswarze bis zur Lichen-planus-like Keratose) erschwert dennoch eine zuverlässige Klassifikation auf einzelnen Subgruppen.

Quellen

  1. Barthelmann, S., Mayer, A., Butsch, F., & Schopf, R. E. (2023). Seborrhoische Keratosen. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 21(3), 265–278. https://doi.org/10.1111/ddg.15003_g
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst. (o. D.). Hautkrebs. https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/hautkrebs/
  3. Altmeyer, P. (o. D.). Lentigo solaris. Enzyklopädie Dermatologie. https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/lentigo-solaris-3625
  4. Tschandl, P., Rosendahl, C., & Kittler, H. (2018). The HAM10000 dataset, a large collection of multi-source dermatoscopic images of common pigmented skin lesions. Scientific Data, 5, 180161. https://doi.org/10.1038/sdata.2018.161

Stand: Mai 2026. Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Bei Hautveränderungen suchen Sie bitte eine dermatologische Praxis auf.

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