DFbenigne

Dermatofibrom

Das Dermatofibrom — auch Histiozytom oder „Fibroma durum“ — ist ein gutartiger, auffallend derber Knoten im Bindegewebe der Haut, der häufig als reaktive Narbenbildung nach kleinen Verletzungen entsteht.

Stand: Mai 2026 · Quellen: AWMF, RKI, DKFZ

Das müssen Sie wissen

  • Dermatofibrome sind gutartige, auffallend derbe Knoten im Bindegewebe der Haut — sie entstehen oft als reaktive Narbenbildung nach kleinen Verletzungen wie Insektenstichen.
  • Das „Dimple Sign“ (Fitzpatrick-Zeichen) — beim seitlichen Zusammendrücken der Haut sinkt das Dermatofibrom grübchenartig ein — ist sehr typisch, lässt sich aber nur durch Tasten prüfen.
  • Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 20. und 45. Lebensjahr — bevorzugt an den unteren Extremitäten, vor allem am Schienbein.

Was ist ein Dermatofibrom?

Das Dermatofibrom — auch Histiozytom oder „Fibroma durum“ — ist ein gutartiger Knoten im Bindegewebe der Haut. Es entsteht häufig als reaktive Narbenbildung nach kleinen Verletzungen wie Insektenstichen oder Dornenstichen und ist medizinisch harmlos. Wegen seiner manchmal dunklen Pigmentierung kann es jedoch optisch mit einem Muttermal oder einem Melanom verwechselt werden — der entscheidende Tastbefund ist daher zentral.

Häufigkeit in Deutschland

Dermatofibrome sind in der dermatologischen Praxis sehr häufig; Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 20. und 45. Lebensjahr. Die bevorzugte Lokalisation sind die unteren Extremitäten, vor allem das Schienbein. Multiple Dermatofibrome (mehr als 15) können mit Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes oder einer Immunsuppression einhergehen.

Risikofaktoren

  • Weibliches Geschlecht (deutlich häufiger betroffen als Männer)
  • Junges bis mittleres Erwachsenenalter (Gipfel zwischen 20 und 45 Jahren)
  • Reaktive Entstehung nach kleinen Hautverletzungen (Insektenstiche, Dornenstiche)
  • Lokalisation an unteren Extremitäten (vor allem Schienbein)
  • Bei multiplen Dermatofibromen (> 15) mögliche Assoziation mit Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes
  • Immunsuppression

Woran erkennt man ein Dermatofibrom?

  • Auffallend derbe Konsistenz: Wie eine kleine Pastille im Hautniveau tastbar — dieses Merkmal ist der wichtigste Hinweis und nur durch Berührung prüfbar.
  • Größe und Form: Meist 0,3 bis 1,5 cm, scharf begrenzt, rund-oval.
  • Farbe: Hellbraun, rötlich-braun bis dunkelbraun; durch eingelagertes Eisen (Hämosiderin) gelegentlich fast schwarz.
  • „Dimple Sign“ (Fitzpatrick-Zeichen): Beim seitlichen Zusammendrücken der Haut sinkt das Dermatofibrom grübchenartig ein, während Muttermale sich vorwölben — sehr typisch, lässt sich aber in einem Foto nicht prüfen.
  • Dermatoskopisch: Zentrale weiße, narbenartige Zone mit feinem peripherem Pigmentnetz.
derb (tastbar) · scharf begrenzt · zentrale Narbenzone
Schematische Darstellung — kein echtes Patientenbild. Das entscheidende „Dimple Sign“ ist haptisch und in keinem Bild erkennbar.
Compliance & Wissenschaft

Regulatorische und wissenschaftliche Einordnung

Bedeutung für KI-Klassifikationssysteme

DF stellt mit nur 115 Bildern (1,1 %) im HAM10000-Datensatz die kleinste Klasse dar; daraus resultieren breite Konfidenzintervalle der DF-spezifischen Performance-Metriken, die nach Art. 15 EU AI Act (Robustness) explizit per Bootstrap oder Kreuzvalidierung zu quantifizieren sind. Eine ausschließliche Modellierung auf HAM10000 erfüllt die Anforderungen an Repräsentativität und Datenqualität nach Art. 10 EU AI Act für DF kaum — externe Datasets (z. B. BCN20000, MSK-Dermoscopy) oder eine explizite Einschränkung der Zweckbestimmung sind regulatorisch nahezu zwingend.

Regulatorische Einordnung

Hinzu kommt eine strukturelle Modell-Limitation: Das diagnostisch entscheidende „Dimple Sign“ ist haptisch, nicht visuell, und prinzipiell nicht aus einem Standbild ableitbar; diese Einschränkung gehört in die Gebrauchsanweisung nach Art. 13 EU AI Act und sollte einen verpflichtenden Hinweis „bei knotigen, derben Läsionen den Tasttest selbst durchführen oder ärztlich prüfen lassen“ auslösen. Eine Triage-KI für DF fällt unter MDR-Klasse IIa (Triage-Information); im EU AI Act gelten die Hochrisiko-Pflichten nach Art. 6 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang I (Geltung für Medizinprodukte ab 02.08.2027).

Limitationen dieses Demonstrators

Diese Anwendung ist ein Compliance-Demonstrator ohne medizinische Zweckbestimmung und kein Medizinprodukt im Sinne der MDR. Die DF-Erkennung ist aufgrund der sehr kleinen Trainingsdatenmenge systematisch unsicher; bei knotigen, derben Läsionen — insbesondere an den unteren Extremitäten — sollte der einfache Tasttest („Dimple Sign“) immer manuell durchgeführt werden. Bei raschem Wachstum gehört eine Läsion zur Ausschlussdiagnose eines Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP) ärztlich begutachtet.

Quellen

  1. Robins, P. (o. D.). Dermatofibrom. MSD Manual Profi-Ausgabe. https://www.msdmanuals.com/de/profi/erkrankungen-der-haut/gutartige-hauttumoren-wucherungen-und-malformationen/dermatofibrom
  2. Altmeyer, P. (o. D.). Dermatofibrom. Enzyklopädie Dermatologie. https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/dermatofibrom-1893
  3. Zaballos, P., Puig, S., Llambrich, A., & Malvehy, J. (2008). Dermoscopy of dermatofibromas: A prospective morphological study of 412 cases. Archives of Dermatology, 144(1), 75–83. https://doi.org/10.1001/archderm.144.1.75

Stand: Mai 2026. Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Bei Hautveränderungen suchen Sie bitte eine dermatologische Praxis auf.

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